skip to Main Content

Allgemeine Orthopädie

Früherkennung von Erkrankungen und Fehlbildungen am Bewegungsapparat

Schiefer Rücken? Krumme Füße? Kaputte Hüfte? Das muss nicht sein!
Und: Wachstum tut nicht weh!

Ein Vortrag von Dr. Matthias Hofmann zum Informationsabend für Eltern zur Früherkennung von Erkrankungen und Fehlbildungen am Bewegungsapparat

In seinem Vortrag stellt Dr. Matthias Hofmann die häufigsten Fehlbildungen und orthopädischen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter vor. Er verbindet damit seinen intensiven Appell an alle Eltern und Erzieher, die Kinder regelmäßig selbst auf Frühzeichen solcher Störungen hin anzusehen. Nichts ist frustrierender, als ein fünfzehnjähriges Mädchen mit einer schon schweren Rückgratverkrümmung zu ersten Mal in der Praxis zu sehen, wenn man genau weiß, dass dies mit ein bisschen Aufmerksamkeit schon viele Jahre früher hätte verhindert werden können.

Die angeborene Fehlbildung der Hüftgelenke (Hüftdysplasie) kann heute bei jedem Kind erkannt werden, wenn alle Säuglinge bis zur sechsten Lebenswoche bei einem Kinderarzt oder Orthopäden zum Hüftultraschall vorgestellt werden. Die Fehlbildung kann nahezu immer mit Spreizschienen oder Spreizhosen ausgeheilt und eine vorzeitige Arthrose damit verhindert werden.

Immerhin sind 2 – 4 Prozent aller Neugeborenen betroffen!

Bei allen später auftretenden Erkrankungen des Hüftgelenkes äußern die Kinder immer recht diffuse Schmerzangaben am Bein (oft am Knie!), schonen die betroffene Seite, sind steh- und lauffaul und hinken. Dahinter kann ein harmloser sogenannter „Hüftschnupfen“ stecken, eine vorübergehende Entzündung des Hüftgelenkes nach vorher durchgemachten Infekten, die meist in wenigen Tagen durch Ruhe und leichte Medikamente wieder abklingt. Die gleichen Beschwerden  können aber auch der Beginn einer schweren Erkrankung wie des Morbus Perthes (Erweichung und Zerstörung des Hüftkopfes) bei den Drei- bis Zehnjährigen oder der Hüftkopf-Epiphysenlösung (langsames oder plötzliches Abrutschen des Hüftkopfes in der Wachstumsfuge) bei den Zehn- bis Fünfzehn-jährigen sein. All dies macht sofortige Behandlung und Entlastung und oft eine Operation erforderlich, um die Hüfte zu retten.

In diesem Zusammenhang weist Dr. Hofmann noch einmal darauf hin, dass man Schmerzen am Bewegungsapparat von Kindern und Jugendlichen nie einfach als Wachstumsschmerzen hinnehmen darf – wie dies leider in der Bevölkerung noch ganz häufig zu hören ist. Wachstum ist etwas Natürliches und tut nicht weh! Aber es gibt eben typische Krankheiten im Wachstumsalter. Schmerzen sind Alarmzeichen und sollten zum Arzt führen, lieber einmal zu oft als einmal zu wenig.

Ähnliche Beschwerden lösen oft auch knöcherne Erweichungen am Schienbeinkopf oder am Fuß aus (sog. juvenile Osteonekrosen, bekannt ist z. B. die Schlatter’sche Erkrankung). Auch die schlimmste Bedrohung, der Knochenkrebs bei Kindern, beginnt meist mit unspezifischen Schmerzen.

Ganz häufig sind jedoch behandlungsbedürftige Knick-Senk-Füße durch ihre fehlstatische Wirkung Auslöser von Schmerzen am Schienbein und Knie – typisch hierfür sind die abendlichen Kniebeschwerden beim Zubettgehen. Nach dieser Überleitung stellt der Referent die verschiedenen Fußfehlformen vom angeborenen Klumpfuß, der am ersten Lebenstag schon mit einem Redressionsgips behandelt werden sollte, bis zu lockeren und harmlosen Fehlstellungen dar. Nur der Arzt sollte anhand von festgelegten Kriterien entscheiden, ob eine Einlagen-versorgung notwendig ist oder nicht. Ähnliches gilt für die Normalität oder Behandlungsbedürftigkeit von X- oder O-Beinen sowie für den Einwärtsgang.

Speziell bei der Wirbelsäule sind die Eltern als Beobachter gefragt, da sich viele Fehlstellungen erst im Laufe des Wachstums entwickeln oder erkennbar werden. Dies gilt einerseits für die Haltungsschwäche, die zum Rundrücken und zum Hohlkreuz führt. Anhand von Beispielen kann Dr. Hofmann den Zuhörern die Grenzen zwischen gesunder und schlechter Haltung und die weitere Entwicklung  zu fixierten Fehlformen zeigen. Ab bestimmten Stadien reicht die Anregung zu mehr Bewegung und Sport nicht mehr aus; Krankengymastik ist erforderlich, manchmal sogar Aufrichtekorsetts. Eine besondere Ausprägung ist die Scheuermann’sche Erkrankung, bei der sich die Wirbel dauerhaft verformen können.

Die Verbiegung der Wirbelsäule in der anderen Ebene ist die Skoliose; bei der Betrachtung von hinten macht die Mittellinie einen oder mehrere Bogen. Bei schweren Fällen verformt sich auch der Brustkorb mit, was man am sog. Rippenbuckel beim vorgebeugten Oberkörper erkennt. Bei fast allen Skoliosen kennt man die Ursache nicht. Die große Gefahr ist, dass sich jede
Skoliose während des Wachstums stetig verschlimmert, wenn sie nicht behandelt wird. Nach orthopädischen Regeln muss man diese Seitverkrümmung der Wirbelsäule je nach Stadium mit Krankengymnastik und Eigenübungen, mit einem Korsett oder in ganz schweren Fällen sogar operativ behandeln.

Soweit darf es nicht kommen. Sehen Sie sich Ihre Kinder in regelmäßigen Abständen auf mögliche Veränderungen hin an und lassen Sie sie im Zweifelsfalle vom Arzt untersuchen. Wenn eine Behandlung eingeleitet ist, dann überwachen Sie bitte die

regelmäßige Durchführung und halten Sie die empfohlenen Kontrolltermine ein. Dann muss es keine schiefen Rücken, krummen Füße und kaputten Hüften mehr geben. Ihre Kinder werden es Ihnen später danken.

Sportverletzungen

Häufig sind Prellungen.
Sie entstehen durch direkte Gewalteinwirkung.Klassisches Beispiel ist der „Pferdekuss“. Durch Zerreißen feiner Strukturen inklusive Blutgefäße treten anfangs starke Schmerzen und meist auch Blutergüsse auf. Sofortmaßnahmen sind  urze Kälteanwendungen und komprimierende Stützverbände mit Salben. Sehr frühzeitig müssen Bewegungsübungen  einsetzen,  damit Funktionsstörungen verhindert werden. Bei starken Prellungen lohnt sich der Weg zum Arzt, um vor allem   skelzerreißungen und abgekapselte Blutergüsse auszuschließen.

Muskelverletzungen (Zerrung, Faserriss, Riss)
entstehen häufig zu Beginn oder am Ende von Training oder Wettkampf durch unkoordinierte Muskelanspannung oder plötzliche   beranstrengung. Bei schwereren Verletzungen kann man die Delle im Muskel tasten. Über die genaue Diagnose geben  Sonographie oder MRT Auskunft.Eine wesentliche Behandlung ist die frühfunktionelle Bewegungstherapie unter Anleitung von Arzt und Physiotherapeut. uskelverletzungen neigen dazu an der gleichen Stelle erneut aufzutreten. Also Vorsicht: Erst nach vollständiger Heilung wieder zu 100 Prozent belasten!

Sehnenverletzungen
entstehen durch plötzliche Überanstrengung, Bänderverletzungen durch  Überdehnung der Gelenke. Bei beiden unterscheiden wir zwischen Zerrung, Dehnung und Rissen. Genaue Auskunft über das Ausmaß gibt vor allem die Kernspintomographie. Bei schlimmen Verletzungen kann Ruhigstellung oder OP erforderlich sein. Erstmaßnahmen sind vor allem Kühlung und ruhigstellende Verbände sowie eventuell Entlastung an Krücken.

Hohe Dauerbelastung in Sport, Beruf oder Haushalt führen zu Sehnenüberlastungen, die sich in entzündlichen  Reizerscheinungen zeigen. Dies kann den Ansatz der Sehne am Knochen (Beispiel Tennisellbogen), die Sehnenscheiden (z.B. am Handgelenk) oder das Sehnengewebe selbst (Beispiel Achillessehne) betreffen. Über die richtige Therapie sollte ein Arzt entscheiden. Als ein wichtiges, ergänzendes Therapieverfahren hat sich die Akupunktur bewährt.

Medizinische Wirbelsäulentherapie

Rückenschwäche ist messbar

Zivilisationskrankheit „Rückenschmerz“
Rückenschmerzen gehören inzwischen zu den „Volkskrankheiten“. Zu lange sitzende Tätigkeiten, zu wenig Bewegung und einseitige Belastungen fördern in unserer Zivilisation die Rückenschmerzen. Bewegungsmangel führt zu Muskelschwäche, Dysbalancen, Fehlhaltungen, zur Muskelverkürzung und zwangsläufig zu Rückenschmerzen, inzwischen sogar bei jungen Menschen um die 20 Jahre

Rückentraining
Gezieltes Rückentraining erfolgt auf der Basis der Muskelanalyse, denn Rückenprobleme sind in der Regel die Folge von Muskelschwächen, insbesondere der tiefen Rumpfmuskulatur.

Kein Training ohne Messung
Training ohne genaue Messung der Defizite und Dysbalancen hat wenig Erfolg und kann sogar oft negative Folgen haben. Die Muskelfunktion kann gemessen werden. Darauf kann dann ein sinnvolles Rückentraining aufbauen.Die umfassende Analyse der gesamten Rückenmuskulatur ist das Herzstück der Wirbelsäulentherapie. Dabei werden Kraft, Beweglichkeit und Ausdauer gemessen. Als Ergebnis erhält jeder Trainierende objektive Daten über seine physischen Fähigkeiten. Die ermittelten Werte werden mit Daten gesunder Personen gleichen Geschlechts und gleicher Altersgruppe verglichen. So entsteht ein persönliches Muskelprofil, das sämtliche Schwachstellen des Rückens exakt dokumentiert. Auf dieser Basis wird ein individuelles, wissenschaftlich gestütztes Aufbauprogramm erarbeitet.

Analysegestützte Medizinische Wirbelsäulentherapie im Vitalzentrum
In direkter Nachbarschaft zu Dr. Hofmanns Praxisräumen im Vitalzentrum Schwandorf befindet sich die analysegestützte medizinische Wirbelsäulentherapie. Die analysegestütze medizinische Wirbelsäulentherapie ist aktive Rehabilitation der Wirbelsäule, bei der kontrollierte Trainingsübungen innerhalb eines schmerzfreien Bewegungsumfangs eingesetzt werden. Das Rückenzentrum ist an einen internationalen Pool von Referenzdaten angeschlossen. Dies ermöglicht eine zuverlässige Beurteilung und Auswertung der Analyseergebnisse nach alters-, geschlechts-, gewichts- und tätigkeitsspezifischen Kriterien.

Das Therapieprogramm beinhaltet eine mehrwöchige Behandlungsperiode. Anschließen kann sich ein Fortsetzungsprogramm. Ziel der Behandlung ist das Aufbrechen des „Teufelskreises“ auf dem Weg zum Rückenleiden.

Back To Top
Suche